Willkommen zu “Freiheit für einander”

Eine freie Gesellschaft ist ein zutiefst ethisches, moralisches und kulturelles Projekt. Denn persönliche Werte & Gewissen, gemeinschaftliche Sitten & Gepflogenheiten sowie gesellschaftliche Normen & Gesetze prägen selbstverständlich den freiheitlichen oder unfreiheitlichen Charakter unseres Zusammenlebens. Das gilt für die Bürgerschaft und Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Und moralische Urteilsfähigkeit ist die Voraussetzung für wirtschaftliche Selbstsorge, rechtliche Haftung und politische Souveränität von Bürgerinnen und Bürger.

Freiheit ohne Verantwortung vor und für die Freiheit Anderer ist besser betitelt als Rücksichtslosigkeit. Unverantwortete Freiheit überhaupt „Freiheit“ zu nennen, verrät die universale Idee der Freiheit, die allen Menschen zukommt. Sich miteinander um Freiheit füreinander zu kümmern, ist eine Schule der Verantwortung. Und erst in ihren verantworteten Formen wird Freiheit zum Treiber des Fortschritts.

Nelson Mandela sagt es wunderschön: „Denn frei zu sein bedeutet nicht nur, sich von den Ketten zu lösen, sondern in einer Weise zu leben, die die Freiheit der anderen respektiert und stärkt.“ Oder wie es der Freiheitsphilosoph Claus Dierksmeier (nicht nur) in der Wirtschaftswoche auf den Punkt gebracht hat: „Freiheit verpflichtet – Verantwortung befreit“.

Eine Kommission, die aus dem Verhältnis von Freiheit und Ethik heraus Politik machen will, ist sich der Vielfalt der Freiheitsbegriffe bewusst. Gerade weil diese Vielfalt Schutz und Chancen braucht, bedarf es einer inklusiven, aber auch zum Ordnungsruf fähigen zum Idee der Freiheit: Eine Idee, die um der Vielfalt der Konzeptionen willen zum respektvollen Dialog über deren Beitrag zum freiheitlichen Zusammenleben aller Menschen einlädt. Dieser Dialog braucht Öffentlichkeit. Dieser Blog ist deshalb eine Einladung zum Mitdenken über Themen und Grundlagen der Kommission Freiheit und Ethik der FDP.

Photo by Saph Photography from Pexels

About Christopher Gohl

Christopher Gohl forscht und lehrt seit 2012 am Weltethos-Institut an der Uni Tübingen zur Entstehung und Wirkung von Werten, zur lernenden Demokratie und zur pragmatistischen Wirtschaftsethik. Zwischen 2005 bis 2010 arbeitete der ausgebildete Mediator als Projektleiter für das Regionale Dialogforum Flughafen Frankfurt, Deutschlands größter Infrastruktur-Mediation, für die Initiative "Wissenschaft im Dialog" und für die Stadt Mannheim zum Leitbild der Bürgerstadt, der Evaluation des Quartiermanagements und dem Stadtbahnausbau. Er promovierte 2011 im Fachbereich Politischer Theorie der Uni Potsdam zur professionellen Gestaltung von politischen Beteiligungsverfahren, wofür er den Stiftungspreis der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln erhielt. Seit 2010 engagiert sich der dreifache Vater in verschiedenen Funktionen professionell und ehrenamtlich für Reformen der innerparteilichen Demokratie und für Demokratiepolitik.

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